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Börsenbrief-Techniken(4) - Allgemeines Markt-Sentiment

Die Börse besteht nicht nur aus Charts mit Linien und Indikatoren. Seit Jahrzehnten, wieder einmal aus Amerika kommend, gibt es das Segment der Sentiment-Analyse. Diese Techniken können fast nur auf die Aktienmärkte angewandt werden, man versucht sozusagen, hinter die Kulissen zu schauen.
Sie  sind normalerweise frei erhältlich, werden jedoch von uns verfeinert angepasst.
Es handelt sich um die Advance/Decline-Linie, die zeigt, ob ein Anstieg oder Kursrutsch nicht nur von vereinzelten Aktien getragen wird. Negative oder positive Divergenzen tragen zu der Meinungsfindung der Charttechnik entscheidend bei. Zuerst die Grundlage dieser Technik.

 Grundlage der Advance/Decline-Linie
Oft kommt es vor, dass ein Gesamtmarkt-Index wie der S&P 500 steigt, während der grösste Teil der Aktien nicht mitzieht. Dann heisst es aufpassen. Um solche Situationen zu erkennen, wurde in Amerika die Advance/Decline-Linie -  abgekürzt A/D-Linie, entwickelt.
Sie ist das vereinfachte Ergebnis, das Verhältnis der steigenden zu den fallenden Aktien grafisch darzustellen und gibt eine Aussage über die Verfassung des Gesamtmarktes. Mehr als jeder anderer Marktindex oder Indikator.

Der S&P 500, ebenso wie der DAX-Index sind Indizes, bei der die Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens in die Berechnung des Index einfliesst. Ein Unternehmen wie Microsoft hat z.B. einen Anteil von 3,31 % des Index, während Agilent-Technologies weniger als 0,50 % im Index hat. Steigt oder fällt Microsoft, schlägt sich das im S&P 500 wesentlich stärker nieder als in der kleinen Aktie Agilent.

 

Höchste Gewichtung S&P 500 Stand 2005

 

Acht Aktien mit 20% Anteil im S&P  500, Fünf DAX-Werte 40%
Links sehen Sie die stärksten Gewichtungen im S&P 500, rechts die Aktien mit dem höchsten Anteil im DAX-Index.
Gehen diese Aktien nach oben, muss zwangsläufig der entsprechende Index mitziehen. Es sieht dann so aus, dass der Index bullisch ist, obwohl die Marktbreite eventuell zu wünschen übrig lässt.
 

Höchste Gewichtung DAX-Werte Stand 2005

Hier kommt die A/D-Linie ins Spiel. Es wird gezählt, wieviel Aktien gegenüber dem Vortag gefallen sind, wieviel gestiegen. Man zieht die Differenz und addiert oder subtrahiert täglich zum Vortageswert der Linie.
Sind an einem bewerteten Tag 300 Werte gestiegen, 125 gefallen, ist die Differenz +175.(400-125=175) Die Linie erhöht sich.
So entsteht eine Bewertungsmethode, die ergänzend zum Index ein aussagekräftiges Bild für die zukünftige Marktentwicklung gibt.

Divergenzen, Divergenzen, Divergenzen
Es kommt darauf an, Abweichungen von der normalen Charttechnik zu finden und diese korrekt zu interpretieren. Kommt es zum Beispiel in einem Index zu einem Trendbruch, die dazugehörige A/D-Linie steht dagegen immer noch in Nähe eines Tiefststandes, haben wir eine negative Divergenz.
Nachfolgend einige Beispiele, auf die der Börsenbrief seine Prognosen mit aufbaute.

Beispiel Tagesausgabe 25.04.2006In der Woche 1706 wurde Dienstags erneut auf die negative Divergenz der A/D der 500 S&P-Aktien hingewiesen, obwohl der Index selber ein neues Jahreshoch markierte. Diese zeigte an, dass man aufpassen musste, das Korrekturpotenzial vorhanden war.
Da das Sentiment nicht allein der Signalgeber war, mussten andere Techniken herhalten zum kurzfristigen Ausblick.
Negative Divergenzen brauchen manchmal Wochen, um sich auf die Märkte auszuwirken und so war es auch in diesem Fall.
Der nachfolgende Chart drei Wochen später zeigt, was damit gemeint ist.

Beispiel Tagesausgabe 16.05.2006Neues Hoch,
weitere Divergenz der A/D

Der amerikanische Index ging seitwärts für zwei Wochen, bevor es erneut zum neuen Jahreshoch kam - wieder unbestätigt durch die A/D-Linie, die es im Gegensatz zum S&P 500 nicht auf neue Höchststände brachte.
Dies war der Anfang der grossen Abwärtsbewegung zur Jahresmitte 2006.
Machen wir zur Dokumentation einen weiteren Schritt in die Zukunft von etwas mehr als vier Wochen zur Tagesausgabe des 30.06.06 Woche 2606.

S&P Trendbruch - nicht bestätigt!
Beispiel Tagesausgabe 30.06.2006
Vom Hoch bei 1326 ist der breite US-Index um 81(!) Punkte bis auf 1245 gefallen.
Die links zu sehende Gegenreaktion führte zum Trendbruch, bei dem nun jeder denkt, dass es das war.
Die A/D-Linie sagte damals jedoch etwas anderes.
Sie war nicht annähernd so stark, noch weit vom Trendbruch entfernt.
Wir hatten an besagtem Tag Quartalsende und ein kurzes Zyklushoch.
Erst die nachfolgende Woche sollte zeigen, ob neue Käufer die Szene betreten werden oder ob es sich nur um Windowdressing handelte.

Beispiel Tagesausgabe 13.07.2006

A/D weiter im Trend
Zwei Wochen später liess sich klar sagen, dass wir es mir Windowdressing zu tun hatten.
Der Index kam nicht mehr voran. Die A/D-Linie trotz Anstieg immer noch im Abwärtstrend und damit negativ divergent.
Die Tagesauswertung am 13.07. in der Tagesausgabe ergab 12 Punkte weiteres Abwärtspotenzial im amerikanischen Index - aufgrund der Auswertung des Rohöl und dem sehr schlechten Nasdaq 100.
Sollte Crude Oil weiter steigen, war deutlich mehr nach unten zu erwarten.

Beispiel Tagesausgabe 03.08.2006

Test der Tiefs
Anfang August 2006, nachdem das Sentiment  korrekt nach unten wies, der S&P 500 nicht 15, sondern 30 Punkte verlor, drehte die Advance/Decline.
Links der Chart hat den Trend nun ebenfalls gebrochen und damit den schon früher gesehenen Bruch des Aufwärtstrends bestätigt.
Dieser Trendbruch muss nun bestätigt werden in den nächsten Tagen.
 

 

 

In diesem Beitrag haben wir Ihnen gezeigt, wie ein bekannter Sentiment-Indikator gute Hinweise auf die Interna der Aktienmärkte gibt am Beispiel des S&P 500-Index.
Nicht erwähnt wurde, dass auch gleiche Indikatoren zu bestimmten Zeiten zu DAX, Nasdaq 100 oder Dow Jones einfliessen. Kommen wir zu Teil 5, der unsere Art der Saisonanalyse erklärt.

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Zuletzt geändert am 
Sonntag, 9. März 2008

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