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Börsenbrief-Techniken(7) - Optionsauswertungen - die Sonderanalyse der Verfallwoche


Beispiel Wochenanalyse 3706 Sonntag, dem 10.09.06

In der alle vier Wochen stattfindenden Optionsverfallwoche versucht der ZA anhand einer aussergewöhnlichen Analysemethode einer Prognose für die laufende Woche zu erstellen. Dies ist mittlerweile Tradition und wird von den Lesern mittlerweile erwartet, weil sich herausgestellt hat, dass gerade an grossen aber auch kleinen Verfallterminen die Charttechnik sehr unzuvelässig ist.  Diese Auszug aus der zum grossen Verfalltermin September 2006 erscheinenden Wochenanalyse soll eine  Einblick geben über unser Knowhow auf diesem Gebiet.
Es beinhaltet - wieder einmal - Eigenentwicklungen, die der kleine Mann nicht umsetzen kann, diese aber für Hedgefonds von beträchlicher Grösse in Strategien umgesetzt werden können.

Grundidee zur Optionsverfallanalyse
An der Terminbörse steht jedem Käufer einer Option ein Verkäufer gegenüber. Beide handeln gegensätzlich. Der Unterschied zwischen beiden ist das Kapital, das dahinter steht. Der Options-Käufer hat wenig Kapital, der Verkäufer der Option, Stillhalter genannt, da Grossbank, Fond oder Hedge-Fond, ein Vielfaches davon. Der Eine (Käufer) will Kursschwankung bis zum Verfalltag. Dem Anderen (Verkäufer) ist es egal, bis auf den letzten entscheidenden Tag – dem Verfalltag der Option.
Der Käufer ist in Zugzwang. Er muss seine Position wegen des Zeitwertverlusts vor dem Verfalltag verkaufen. Der Stillhalter kann abwarten, eventuell weitere Optionen verkaufen („Schreiben“ in der Fachsprache). Er verdient hauptsächlich am Zeitwertverlust.
Euro-CoinsEine Option, die er drei Monate vor Verfall verkauft hat, verliert in den folgenden zwei Monaten mehr als die Hälfte des eingenommenen Preises, wenn das zu Grunde liegende Instrument (z.B. Dax-Index) unverändert bleibt.
Nun steht die Verfallwoche an. Für den Stillhalter der Option, der selbige meist Monate vorher an einen Spekulanten verkauft hat, die wichtigste Zeit.
Im Laufe der Zeit musste der Stillhalter immer wieder neue Optionen mit anderen Basis-Preisen schreiben, um ausgeglichene Positionen zu haben. Der zugrundeliegende Index hatte sich wenig kooperativ verhalten und war sehr volatil.
Er muss nun  in genau fünf Tagen am entscheidenden dritten Freitag des Monats zusehen, dass er entweder wenig verliert, d.h. das meiste der eingenommenen Prämie behalten darf, oder dem Besitzer der verkauften Option wenig auszahlt. Am Liebsten wäre ihm, dass die Option jetzt schon weit aus dem Geld steht, er die komplette Optionsprämie behalten darf, aber das ist nicht immer der Fall.
Er wird also versuchen, in den letzten Tagen vor Verfalltermin den Markt so zu bewegen, dass für ihn möglichst viel der eingenommenen Optionsprämie übrig bleibt. Er hat nicht nur Calls, sondern auch Puts verkauft, kann sich ausrechnen, bei welcher Dax-Marke der Maximal-Profit liegt.
Manchmal, im Jahre 2006 ziemlich oft, sind die anderen Anleger jedoch wesentlich stärker als die Stillhalter mit ihren Milliarden. In diesem Fall bleibt nichts anderes übrig, als die Positionen abzusichern.
Doch zuerst zeigen wir Ihnen, was man unter normalen Verhältnissen zum Verfalltermin erwarten kann.

Zur Untersuchung, wie dieses grosse Kapital positioniert ist, nimmt der ZA das Open-Interest der Index-Optionen, den noch nicht geschlossenen Geschäften beider Parteien. Je höher das Open-Interest bei bestimmten Index-Zahlen, desto umkämpfter ist diese Marke.
Dazu erstellen wir einen Risk/Reward-Chart, der genau berechnet, wo für den Stillhalter die ideale Range am Abrechnungstag ist.
Dies als Hintergrundinformation, damit der interessierte Leser weiss, um was es bei diesem Konzept geht. Nachfolgend die von uns genannte Original-Options-Verfall-Analyse auf DAX und S&P-Future-Optionen für September 2006 mit Alternativ-Szenario.

Optionsverfallanalyse im DAX und S&P 500

Daten zum Verfalltermin September 2006 DAX-Optionen
I
n den ODAX-Optionen kam der Index bis 5800 zurück zur Basis mit fast gleich hohem Open-Interest der Calls und Puts. Darunter steigt stetig die Anzahl der Puts mit Höhepunkt des OI bei 5500. Nach oben sitzen bei 5900 wenig Calls, die grosse Marke für Calls liegt exakt bei 6000. Der Chart sagt eine Abrechnung um 5800 voraus. Mit Schlusskurs von  5795 liegt der Index nahe dieser Erwartung.
Gefährlich wird es, wenn ein Ausbruch nach oben oder unten erst im Laufe der Woche zum wichtigen Freitags-Termin kommt.
Was sagt der Riskindikator, eine Eigenentwicklung aus diesem Hause.,

ODAX-Riskindikator: Stillhalter dürften zufrieden sein
Rechts zu sehen der Riskindikator-Chart, der die Zone 5700-5800 als Bereich definiert, in dem der beste Abrechnungspreis um 5700/5800 liegt. ZA Risk/Reward-Grafik zum DAX-Index September 06 Teuer wird es unter 5600 und oberhalb 5900.

Einen Monat davor wurde 5600-5700 als Bereich der Abrechnung definiert. Abgerechnet wurde bei 5847, fast auf Wochenhoch, weil es damals ab Dienstag zum angesprochenen starken Anstieg kam, der die Stillhalter in Zugzwang brachte.

Kommen wir zu den Optionen auf den S&P-Future.

 

 

S&P 500-Future-Optionen Verfalltermin September 2006
Im S&P-Future ist ein Abrechnung im Bereich 1280-1300 angezeigt laut Open-Interest der Optionsdaten. Es kann 20 Punkte nach unten gehen, nach oben würden die Stillhalter entweder versuchen, dagegen zu halten oder man muss aufgrund der hohen Call-Bestände Futures zur Absicherung kaufen.
Lesen Sie weiter - wir zeigen später, wie es im August war....

S&P-Future Optionen Risk/Reward-ChartRisk/Reward zeigt auf 1280-1300
Nebenstehend die Riskindikator der S&P-Optionen. Bei 1300 behalten die Stillhalter das meiste Geld, ebenso bis 1290 nach unten. Ab 1305 wird es schon sichtbar teuer, falls der September-Future steigen sollte. Auch hier wird das grosse Geld, per Definition die Stillhalter, versuchen müssen, entweder den Markt zu drücken, oder aber ihr Positionen durch den Kauf der entsprechenden Future abzusichern.

 

 

 

 

Das Beispiel August 2006
Für Neuleser habe ich einen Chart erstellt, der den letzten Monat des S&P-Future zeigt. Im August 2006 stand des US -Future am Freitag vor dem entscheidenden Optionstermin bei 1272 und damit exakt in der damals erwarteten Range. Was wir vorher sahen, war eine mehrtägige Korrektur, damals 2,48 % im Minus vom Vorwochenhoch, diesen Monat haben wir Ähnliches mit  aktuell Minus 1,81 %. Es ging in die Optionswoche, der Future stand in der Idealzone 1270 -1275, Platz war aber laut Risk/Reward damals bis 1300. Darüber wäre es sehr teuer geworden für dass grosse Geld.

Nachfolgend die entsprechende Ausarbeitung...

Beispiel des Optionstermins August 2006 S&P-Future

Am Dienstag  begann es....
Montags konnten die Stillhalter den S&P-Future noch nach unten drücken auf fast unveränderten Stand. Als dann am nächsten Tag ein Gap von 10 Punkten nach oben kam und ein weiteres Gap am Folgetag hatte das grosse Geld nicht mehr die Macht, den Markt zu drücken – man musste absichern. Calls, die fast wertlos waren, liefen ins Geld, wurden gefährliche Positionen (man weiß ja nicht, wie weit es geht). Jeder Call muss abgesichert werden durch den Kauf des entsprechenden Future.
Dies beschleunigt die Aufwärtsbewegung – ein kleiner „Short-Squeeze“ und siehe da, am Verfalltag wurde ein Extremhoch bei 1307,50 gesehen, die Abrechnung der Optionen erfolgte bei 1307,10 nicht weit davon weg.
Dies ist nun keine Prognose, denn es soll nur zeigen, was im entsprechenden Fall passieren kann. Dies ist in beide Richtungen möglich – nach oben und unten. Deshalb für die Freunde des deutschen Index ein  Chart mit allen Terminen seit Mitte 2005.
 

DAX-Index und Optionstermine 0605-0906

Grün bedeutet, dass es so kam wie im S&P-Future gezeigt. Rot heisst, dass Stillhalter nach unten erwischt wurden, absichern mussten. Blau – Anstieg zum Verfalltag in Idealrange.
 
Kommen wir zum Fazit für Woche 3706 (11.09.06-15.09.06).

Fazit
Charttechnisch verzichte ich diesmal auf ein Fazit,  die Prognosequalität wegen bekannter Termine lässt meist zu wünschen übrig .
Laut obiger Options -Daten stehen wir im Dax an der idealen Abrechnungsbasis bei 5800, obwohl die Saisonalitäten nach unten zeigen. Im S&P ist 1300 als oberes Maximal ebenfalls am Freitag fast der Schlusskurs.
Auch hier wäre Seitwärts angebracht. Allerdings gibt es mittlerweile genug Beispiele, bei dem das grosse Geld kurz vor Verfall in Not gebracht wurde.
Sollte es diese Woche wieder so sein wie letzten Monat geht es auf die Vorwochenhochs, eventuell drüber.
Dies würde übrigens auch zu den Zyklen passen, die im Dax in diesen Tag ein Tief anzeigten und im S&P gegen Ende der Woche ein erstes Hoch, gefolgt von einem weiteren in der übernächsten Woche.
Rückblick Woche 3806
Was passierte nun in der Verfallwoche?
S&P-Future sogar mit gleicher Bewegung wie im August

Im Gegensatz zum DAX, der nur marginal ein neues Hoch ausbildete, ist der S&P-Future – September -Kontrakt – fast genau bis zur Ziellinie gelaufen knapp darunter abgerechnet worden. Links der Chart wurde am Freitag verschickt mit eingezeichneter Ziellinie, abgeleitet vom Kursverhalten einen Monat vorher.

Dies war ein Beispiel einer Wochenanalyse, die zum Verfalltermin korrekt eintrat. Es wird nicht immer so sein, aber sehr, oft.
 

 

Bei Interessen an einem Bezug dieses Analysenbriefs, erfragen Sie bitte untere Preise über die Seite “Bestellung”.
 

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Zuletzt geändert am 
Sonntag, 9. März 2008

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